Türkei: Kritik an Politikern unerwünscht

Wieder steht eine türkische Journalistin vor Gericht. Aber dieser Prozess unterscheidet sich von den in der Türkei mittlerweile üblichen. Die Wirtschaftsjournalistin Pelin Ünker muss sich nicht, wie viele ihrer Kollegen, wegen “Unterstützung des Terrors” nach dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli 2016 verantworten. Ihr wird die Veröffentlichung von Informationen aus den sogenannten “Paradise Papers” vorgeworfen. Diese Unterlagen, die im November 2017 vom Internationalen Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) veröffentlicht wurden, enthalten Informationen über tausende Fälle von Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Ünker ist Mitglied des Netzwerkes und berichtete für die Tageszeitung Cumhuriyet die “Paradise Papers”, die den ehemaligen Ministerpräsidenten Binali Yildirim sowie seine Söhne betrafen. Nun steht sie wegen Verleumdung und übler Nachrede vor Gericht.

Proteste gegen den “Mafiastaat” auf Malta, wo auch Binali Yildirim Konten unterhalten haben soll

Laut Ünkers Recherchen sollen Yildirim und seine Söhne über Offshore-Konten auf Malta verfügen und Steuern hinterzogen haben. Diese Veröffentlichung reichte aus, um die Journalistin sowie den Vorstandsvorsitzenden der Cumhuriyet-Stiftung, Orhan Erinc,

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